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Wissen · Farben & Lacke

Nachleuchtende Farbe formulieren

Stand: 4 Min. Lesezeit

Für Farben- und Lackhersteller ist Nachleuchtpigment ein Rohstoff wie jeder andere – mit ein paar Eigenheiten. Worauf es bei Bindemittel, Pigmentanteil, Körnung und Auftrag ankommt.

Infografik Leuchtfarbe formulieren: 15–20 % – in transparenten Systemen

1. Das Bindemittel: so transparent wie möglich

Das Pigment muss Licht aufnehmen und wieder abgeben – jede Trübung und jede Eigenfarbe des Bindemittels kostet Leuchtkraft. Ideal sind transparente oder sehr helle Systeme. Deckende Weißpigmente im Bindemittel schlucken einen Teil des Lichts; dann ist deutlich mehr Leuchtpigment nötig.

2. Pigmentanteil

Richtwerte für den Pigmentanteil
SystemPigmentanteil
transparenter Lack, Klarlack15–20 % bezogen auf das Trägermaterial (rund 20 g auf 100 ml)
deckende Farbe, z. B. weiße Wandfarbe30–50 %

Mehr als 30 % in transparenten Systemen bringt kaum zusätzliche Leuchtkraft. Testen Sie jede Rezeptur im kleinen Maßstab.

3. Wasser- oder lösemittelbasiert

Unsere Pigmente sind SiO₂-beschichtet und damit hydrolysestabil – sie eignen sich auch für wasserbasierte Systeme und vertragen sogar dauerhaften Kontakt mit Wasser. Wasser- und ölbasierte Systeme selbst sind allerdings nicht direkt miteinander mischbar.

4. Körnung passend zu Schichtdicke und Auftrag

Gröbere Pigmente leuchten stärker, feinere ergeben glattere, dünnere Schichten. Das Korn sollte nicht dicker sein als die geplante Schicht. Für sehr feine Auftragsverfahren oder dünne Filme bieten wir Körnungen bis hinunter zu 1 µm an, für den Druck meist unter 20 µm.

5. Absetzen im Gebinde

Mit einer Dichte von 3,6 g/cm³ ist das Pigment deutlich schwerer als die meisten Bindemittel und setzt sich in dünnflüssigen Farben mit der Zeit ab. Planen Sie das in der Rezeptur ein und weisen Sie Ihre Kunden darauf hin, die Farbe vor Gebrauch gründlich aufzurühren.

6. Hitze beim Aushärten

Lufttrocknende Farben und Lacke sind unkritisch. Bei Einbrenn- oder Pulverlacken, die über 150 °C aushärten, kommen nur ungefärbte Pigmente mit hellem, weißlichem Tagesfarbton in Frage – eingefärbte Töne sollten ab ca. 150 °C nicht mehr verwendet werden.

7. Hinweise für die Anwender Ihrer Farbe

  • Heller Untergrund: auf dunklem Untergrund zuerst hell grundieren.
  • Mehrere Schichten: zwei bis drei Schichten mit einer Softrolle; große Flächen werden im Spritzverfahren am gleichmäßigsten.
  • Glatte Oberflächen: pastöse Farbe bei Bedarf leicht verdünnen und mit kleiner Rolle oder Sprühsystem auftragen.
  • Außenbereich: nach dem Trocknen mit einem wasserfesten Klarlack überziehen.

Für Ihre RezepturentwicklungWir stimmen Pigment, Leuchtfarbe und Körnung auf Ihr Bindemittel ab und stellen Muster für Ihre Laborversuche zusammen – in der Regel kostenfrei.

FAQ

Häufige Fragen

Eignen sich Nachleuchtpigmente für wasserbasierte Farben?
Ja. Die Pigmente sind SiO₂-beschichtet und damit hydrolysestabil. Wasser- und ölbasierte Systeme sind untereinander aber nicht direkt mischbar.
Wie viel Nachleuchtpigment kommt in eine Farbe?
15–20 % bezogen auf das Trägermaterial in transparenten Systemen, 30–50 % in deckenden Farben wie weißer Wandfarbe.
Kann man Nachleuchtpigment in Pulverlack verwenden?
Ja, aber nur ungefärbte Pigmente: Pulver- und Einbrennlacke härten oft über 150 °C aus, und ab ca. 150 °C sollten keine eingefärbten Pigmente verwendet werden.

Muster für Ihre Rezeptur anfragen

Richtwerte sind ein Startpunkt – das Ergebnis hängt von Ihrem System ab. Schildern Sie uns Trägermaterial und Verfahren, wir stellen passende Muster zusammen.

Sie erreichen uns auch direkt: +49 151 55687366 info@lumentify.com