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Wissen · Verarbeitung

Nachleuchtpigment richtig dosieren

Stand: 4 Min. Lesezeit

Wie viel Pigment braucht ein Lack, ein Kunststoff oder ein Harz, damit er sichtbar und wirtschaftlich nachleuchtet? Die Antwort hängt weniger von der Menge ab als vom Trägermaterial.

Drei Gläser nachleuchtende Farbe in Grün, Türkis und Rosa mit Pinselstrichen auf dunklem Karton

Der Richtwert: 15–20 % bezogen auf das Trägermaterial

Für transparente und helle Systeme hat sich ein Anteil von 15–20 % Nachleuchtpigment bezogen auf das Trägermaterial bewährt. Zur Einordnung: Auf 100 ml Lack sind das rund 20 g Pigment.

Mehr ist möglich – auch 30 % lassen sich einarbeiten. Bei vernünftigem Materialeinsatz bringt das aber kaum zusätzliche Leuchtkraft. Ab einem gewissen Punkt bezahlen Sie Pigment, das man nicht mehr sieht.

Warum das Trägermaterial wichtiger ist als die Menge

Nachleuchtpigment muss Licht aufnehmen und wieder abgeben. Alles, was zwischen Pigment und Betrachter liegt, entscheidet deshalb mit über die Leuchtwirkung:

  • Transparente oder helle Träger – Klarlack, transparentes Harz, helle Kunststoffe – lassen das Licht durch. Hier reicht der Richtwert von 15–20 %.
  • Deckende Träger wie weiße Wandfarbe schlucken einen Teil des Lichts. Hier sind 30–50 % nötig, um eine vergleichbare Wirkung zu erreichen.
  • Dunkle Träger und Untergründe schlucken am meisten. Auf dunklem Untergrund hilft eine helle Grundierung – oder entsprechend mehr Pigment.
Richtwerte nach Trägermaterial – immer im eigenen System prüfen
TrägermaterialRichtwertHinweis
Klarlack, transparente Beschichtung15–20 %Große Flächen besser spritzen, in mehreren Schichten
Gießharz, Epoxid, Silikon15–20 %Reines Pigment verwenden, nicht fertige Leuchtfarbe; Absetzen beachten
Transparente oder helle Kunststoffe15–20 %Bei Masterbatch auf das spätere Verdünnungsverhältnis abstimmen
Deckende Träger, z. B. weiße Wandfarbe30–50 %Deckkraft schluckt Leuchtkraft
Beton, Estrich, Pflasternicht beimischenPigment oder Granulat an die Oberfläche bringen (siehe unten)

Verarbeitung: wo die Dosierung allein nicht reicht

Harze und Silikon

In dünnflüssigem Harz sinkt das Pigment ab. Dann leuchtet nicht das ganze Bauteil, sondern nur dessen Unterseite. Bewährt hat sich, das Harz kurz anziehen zu lassen oder anzudicken und das Pigment erst dann einzurühren – oder das Pigment gezielt nur in eine obere Schicht zu geben. Eingerührte Luftblasen lassen sich mit Heißluft entfernen.

Große Flächen

Wände, Platten oder Fassaden gleichmäßig zum Leuchten zu bringen, ist anspruchsvoll. Am homogensten wird es im Spritzverfahren: Pigment in transparentem Lack, in mehreren dünnen Schichten. Beim Rollen sind zwei bis drei Schichten mit einer Softrolle sinnvoll.

Beton und Böden

In Beton eingemischt verschwindet das Pigment fast vollständig unter der Oberfläche. Wirksamer ist es, Granulat in die frische Oberfläche zu drücken und anzuschleifen – oder nach dem Aushärten eine transparente, trittfeste Schicht (Epoxid, Außenlack) mit Pigment oder Granulat aufzubringen.

In der PraxisTesten Sie jede Rezeptur zuerst im kleinen Maßstab – mit Ihrem Bindemittel, Ihrer Schichtdicke und Ihrem Untergrund. Genau dafür ist die Bemusterung da.

Typische Fehler bei der Dosierung

  • Mehr Pigment gegen einen dunklen Träger. Wirkt wenig – besser den Träger aufhellen oder hell grundieren.
  • Fertige Leuchtfarbe in Harz. Für Harz und Silikon das reine Pigment verwenden.
  • Verschiedene Leuchtfarben mischen. Das geht, wird aber wegen unterschiedlicher Korngrößen nicht homogen.
  • Wasser- und ölbasierte Systeme mischen. Sie sind nicht direkt miteinander mischbar; das Pigment selbst ist dank SiO₂-Beschichtung in beiden einsetzbar.

FAQ

Häufige Fragen

Wie viel Nachleuchtpigment kommt in einen Lack?
Als Richtwert 15–20 % bezogen auf den Lack, also rund 20 g Pigment auf 100 ml. In deckenden Systemen wie weißer Wandfarbe sind 30–50 % nötig.
Leuchtet es heller, wenn ich mehr Pigment verwende?
Nur bis zu einem gewissen Punkt. 30 % lassen sich einarbeiten, bringen gegenüber 15–20 % aber kaum zusätzliche Leuchtkraft. Mehr Wirkung bringt meist ein hellerer oder transparenterer Träger.
Kann ich Nachleuchtpigment in Beton mischen?
Das bringt wenig, weil das Pigment unter der Oberfläche verschwindet. Besser ist Granulat in der frischen Oberfläche oder eine transparente, trittfeste Deckschicht mit Pigment.

Muster für Ihre Rezeptur anfragen

Richtwerte sind ein Startpunkt – das Ergebnis hängt von Ihrem System ab. Schildern Sie uns Trägermaterial und Verfahren, wir stellen passende Muster zusammen.

Sie erreichen uns auch direkt: +49 151 55687366 info@lumentics.de