Der Richtwert: 15–20 % bezogen auf das Trägermaterial
Für transparente und helle Systeme hat sich ein Anteil von 15–20 % Nachleuchtpigment bezogen auf das Trägermaterial bewährt. Zur Einordnung: Auf 100 ml Lack sind das rund 20 g Pigment.
Mehr ist möglich – auch 30 % lassen sich einarbeiten. Bei vernünftigem Materialeinsatz bringt das aber kaum zusätzliche Leuchtkraft. Ab einem gewissen Punkt bezahlen Sie Pigment, das man nicht mehr sieht.
Warum das Trägermaterial wichtiger ist als die Menge
Nachleuchtpigment muss Licht aufnehmen und wieder abgeben. Alles, was zwischen Pigment und Betrachter liegt, entscheidet deshalb mit über die Leuchtwirkung:
- Transparente oder helle Träger – Klarlack, transparentes Harz, helle Kunststoffe – lassen das Licht durch. Hier reicht der Richtwert von 15–20 %.
- Deckende Träger wie weiße Wandfarbe schlucken einen Teil des Lichts. Hier sind 30–50 % nötig, um eine vergleichbare Wirkung zu erreichen.
- Dunkle Träger und Untergründe schlucken am meisten. Auf dunklem Untergrund hilft eine helle Grundierung – oder entsprechend mehr Pigment.
| Trägermaterial | Richtwert | Hinweis |
|---|---|---|
| Klarlack, transparente Beschichtung | 15–20 % | Große Flächen besser spritzen, in mehreren Schichten |
| Gießharz, Epoxid, Silikon | 15–20 % | Reines Pigment verwenden, nicht fertige Leuchtfarbe; Absetzen beachten |
| Transparente oder helle Kunststoffe | 15–20 % | Bei Masterbatch auf das spätere Verdünnungsverhältnis abstimmen |
| Deckende Träger, z. B. weiße Wandfarbe | 30–50 % | Deckkraft schluckt Leuchtkraft |
| Beton, Estrich, Pflaster | nicht beimischen | Pigment oder Granulat an die Oberfläche bringen (siehe unten) |
Verarbeitung: wo die Dosierung allein nicht reicht
Harze und Silikon
In dünnflüssigem Harz sinkt das Pigment ab. Dann leuchtet nicht das ganze Bauteil, sondern nur dessen Unterseite. Bewährt hat sich, das Harz kurz anziehen zu lassen oder anzudicken und das Pigment erst dann einzurühren – oder das Pigment gezielt nur in eine obere Schicht zu geben. Eingerührte Luftblasen lassen sich mit Heißluft entfernen.
Große Flächen
Wände, Platten oder Fassaden gleichmäßig zum Leuchten zu bringen, ist anspruchsvoll. Am homogensten wird es im Spritzverfahren: Pigment in transparentem Lack, in mehreren dünnen Schichten. Beim Rollen sind zwei bis drei Schichten mit einer Softrolle sinnvoll.
Beton und Böden
In Beton eingemischt verschwindet das Pigment fast vollständig unter der Oberfläche. Wirksamer ist es, Granulat in die frische Oberfläche zu drücken und anzuschleifen – oder nach dem Aushärten eine transparente, trittfeste Schicht (Epoxid, Außenlack) mit Pigment oder Granulat aufzubringen.
In der PraxisTesten Sie jede Rezeptur zuerst im kleinen Maßstab – mit Ihrem Bindemittel, Ihrer Schichtdicke und Ihrem Untergrund. Genau dafür ist die Bemusterung da.
Typische Fehler bei der Dosierung
- Mehr Pigment gegen einen dunklen Träger. Wirkt wenig – besser den Träger aufhellen oder hell grundieren.
- Fertige Leuchtfarbe in Harz. Für Harz und Silikon das reine Pigment verwenden.
- Verschiedene Leuchtfarben mischen. Das geht, wird aber wegen unterschiedlicher Korngrößen nicht homogen.
- Wasser- und ölbasierte Systeme mischen. Sie sind nicht direkt miteinander mischbar; das Pigment selbst ist dank SiO₂-Beschichtung in beiden einsetzbar.
