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Wissen · Verarbeitung

Wie hitzebeständig sind Nachleuchtpigmente?

Stand: 3 Min. Lesezeit

Spritzguss, Extrusion und 3D-Druck arbeiten mit Schmelzen, die je nach Kunststoff praktisch immer über 150 °C liegen. Das Leuchtpigment selbst verträgt das problemlos – entscheidend ist, welche Leuchtfarbe Sie wählen.

Haus aus transparenten Spielbausteinen, die grün und orange im Dunkeln leuchten

Das Pigment: stabil bis 1.100–1.200 °C

Unsere Nachleuchtpigmente bestehen aus Europium-/Dysprosium-dotiertem Strontiumaluminat, einem anorganischen Material. Es ist thermisch bis 1.100–1.200 °C stabil – weit oberhalb jeder Kunststoffverarbeitung. Die Temperatur im Spritzguss, in der Extrusion oder in der Düse eines 3D-Druckers schadet dem Leuchtpigment also nicht.

Die Schwachstelle: eingefärbte Pigmente

Die Grenze setzt nicht das Pigment, sondern die Einfärbung. Kräftig gefärbte Leuchttöne wie Lila, Orange oder Rot erhalten ihre Tageslichtfarbe durch organische Farbstoffe, die Hitze nicht vertragen. Deshalb gilt: Ab ca. 150 °C keine eingefärbten Pigmente verwenden.

So erkennen Sie hitzetaugliche Pigmente

Ungefärbte Pigmente erkennen Sie am Tagesfarbton: Er ist hell und weißlich, mit leichtem Farbstich. Gelbgrün wirkt bei Tageslicht hellgelblich, Blaugrün weißlich-mint. Diese Pigmente sind für hohe Temperaturen geeignet – und leuchten zudem am stärksten. Je kräftiger der Tagesfarbton, desto eher ist das Pigment eingefärbt.

Temperatur und Pigmentwahl im Überblick
Leuchtpigment (Strontiumaluminat)stabil bis 1.100–1.200 °C
Ungefärbte Pigmente (heller, weißlicher Tagesfarbton)auch für hohe Verarbeitungstemperaturen geeignet
Eingefärbte Pigmente (kräftiger Tagesfarbton)ab ca. 150 °C nicht verwenden
OberflächeSiO₂-beschichtet, hydrolysestabil; angegriffen nur durch hohe Temperaturen und starke Säuren

Was das für die Farbwahl bedeutet

Spritzguss, Extrusion und Filamentdruck liegen praktisch immer über 150 °C – hier kommen nur ungefärbte Pigmente in Frage. Eingefärbte Töne sind gut einsetzbar, wo es kühler bleibt: etwa in Lacken, Harzen oder Silikon, die bei Raumtemperatur oder leicht erhöhter Temperatur aushärten.

FaustregelÜber 150 °C: nur Pigmente mit hellem, weißlichem Tagesfarbton. Welches Pigment für Ihren Prozess passt, klären wir über eine Bemusterung unter Ihren Bedingungen.

Weitere Punkte für die Verarbeitung

  • Polymer und Wandstärke. Transparente oder helle Kunststoffe lassen Licht zum Pigment und wieder hinaus; dunkle Einfärbungen mindern die Leuchtkraft.
  • Dispergierung. Ein gleichmäßiges Leuchtbild setzt eine gleichmäßige Verteilung im Polymer voraus. Körnung und Zugabeform stimmen wir auf Ihre Compoundier- oder Dosiertechnik ab.
  • Staub. Beim Umgang mit großen Pulvermengen Staubbildung vermeiden und am Entstehungsort absaugen – Details im Sicherheitsdatenblatt.
  • Feuchtigkeit. Dank der SiO₂-Beschichtung ist das Pigment hydrolysestabil, auch in feuchter Umgebung und dauerhaft in Wasser.

FAQ

Häufige Fragen

Halten Nachleuchtpigmente Spritzguss und Extrusion aus?
Ja, sofern es ungefärbte Pigmente sind. Das Leuchtpigment auf Strontiumaluminat-Basis ist bis 1.100–1.200 °C thermisch stabil. Eingefärbte Pigmente enthalten organische Farbstoffe und sollten ab ca. 150 °C nicht verwendet werden.
Welche Leuchtfarbe eignet sich für die Kunststoffverarbeitung?
Ungefärbte Pigmente mit hellem, weißlichem Tagesfarbton und leichtem Farbstich, zum Beispiel Gelbgrün und Blaugrün. Sie leuchten zudem am stärksten.
Kann ich Nachleuchtpigment für 3D-Druck-Filament verwenden?
Ja, das Pigment wird bei der Compoundierung ins Polymer eingearbeitet. Wegen der Drucktemperatur über 150 °C kommen dafür nur ungefärbte Pigmente in Frage, etwa Gelbgrün und Blaugrün.

Muster für Ihren Prozess anfragen

Richtwerte sind ein Startpunkt – das Ergebnis hängt von Ihrem System ab. Schildern Sie uns Trägermaterial und Verfahren, wir stellen passende Muster zusammen.

Sie erreichen uns auch direkt: +49 151 55687366 info@lumentics.de