Das Pigment: stabil bis 1.100–1.200 °C
Unsere Nachleuchtpigmente bestehen aus Europium-/Dysprosium-dotiertem Strontiumaluminat, einem anorganischen Material. Es ist thermisch bis 1.100–1.200 °C stabil – weit oberhalb jeder Kunststoffverarbeitung. Die Temperatur im Spritzguss, in der Extrusion oder in der Düse eines 3D-Druckers schadet dem Leuchtpigment also nicht.
Die Schwachstelle: eingefärbte Pigmente
Die Grenze setzt nicht das Pigment, sondern die Einfärbung. Kräftig gefärbte Leuchttöne wie Lila, Orange oder Rot erhalten ihre Tageslichtfarbe durch organische Farbstoffe, die Hitze nicht vertragen. Deshalb gilt: Ab ca. 150 °C keine eingefärbten Pigmente verwenden.
So erkennen Sie hitzetaugliche Pigmente
Ungefärbte Pigmente erkennen Sie am Tagesfarbton: Er ist hell und weißlich, mit leichtem Farbstich. Gelbgrün wirkt bei Tageslicht hellgelblich, Blaugrün weißlich-mint. Diese Pigmente sind für hohe Temperaturen geeignet – und leuchten zudem am stärksten. Je kräftiger der Tagesfarbton, desto eher ist das Pigment eingefärbt.
| Leuchtpigment (Strontiumaluminat) | stabil bis 1.100–1.200 °C |
|---|---|
| Ungefärbte Pigmente (heller, weißlicher Tagesfarbton) | auch für hohe Verarbeitungstemperaturen geeignet |
| Eingefärbte Pigmente (kräftiger Tagesfarbton) | ab ca. 150 °C nicht verwenden |
| Oberfläche | SiO₂-beschichtet, hydrolysestabil; angegriffen nur durch hohe Temperaturen und starke Säuren |
Was das für die Farbwahl bedeutet
Spritzguss, Extrusion und Filamentdruck liegen praktisch immer über 150 °C – hier kommen nur ungefärbte Pigmente in Frage. Eingefärbte Töne sind gut einsetzbar, wo es kühler bleibt: etwa in Lacken, Harzen oder Silikon, die bei Raumtemperatur oder leicht erhöhter Temperatur aushärten.
FaustregelÜber 150 °C: nur Pigmente mit hellem, weißlichem Tagesfarbton. Welches Pigment für Ihren Prozess passt, klären wir über eine Bemusterung unter Ihren Bedingungen.
Weitere Punkte für die Verarbeitung
- Polymer und Wandstärke. Transparente oder helle Kunststoffe lassen Licht zum Pigment und wieder hinaus; dunkle Einfärbungen mindern die Leuchtkraft.
- Dispergierung. Ein gleichmäßiges Leuchtbild setzt eine gleichmäßige Verteilung im Polymer voraus. Körnung und Zugabeform stimmen wir auf Ihre Compoundier- oder Dosiertechnik ab.
- Staub. Beim Umgang mit großen Pulvermengen Staubbildung vermeiden und am Entstehungsort absaugen – Details im Sicherheitsdatenblatt.
- Feuchtigkeit. Dank der SiO₂-Beschichtung ist das Pigment hydrolysestabil, auch in feuchter Umgebung und dauerhaft in Wasser.
