Kurz gesagt: Gelbgrün
Gelbgrün ist der Basiston der Nachleuchtpigmente auf Strontiumaluminat-Basis. Er leuchtet am stärksten und am längsten. Alle anderen Leuchtfarben sind Varianten davon – und je weiter sie sich vom Basiston entfernen, desto schwächer leuchten sie in der Regel nach.








Die Leuchtfarben im Überblick
| Leuchtfarbe | Leuchtstärke | Leuchtdauer* | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Gelbgrün | am stärksten | über 10 h | Basiston; bei Tageslicht hellgelb |
| Blaugrün | stark | über 10 h | harmonischer, weniger „chemischer“ Farbeindruck |
| Blau | etwas schwächer als Gelbgrün und Blaugrün | über 10 h | bei Tageslicht am farbneutralsten |
| Lila | deutlich schwächer | ca. 3 h | braucht UV-Licht zum Anregen |
| Orange, Rot | deutlich schwächer | – | eingefärbt; ein echtes Rot ist technisch nicht möglich |
| Weiß | recht schwach | nur kurz | sehr weißer Tagesfarbton, für bestimmte Anforderungen gefragt |
* In absoluter Dunkelheit nach vollständiger Aufladung. Nach ein bis zwei Stunden geht das Leuchten in ein Glimmen über, das noch lange sichtbar bleibt.
Welche Farbe für welchen Zweck?
Maximale Leuchtkraft: Gelbgrün
Für Sicherheitskennzeichnung, Orientierung im Dunkeln und überall dort, wo es auf die Leuchtwirkung ankommt. Als ungefärbtes Pigment ist Gelbgrün außerdem für heiße Prozesse wie Spritzguss oder Extrusion geeignet.
Ausgewogen: Blaugrün
Die beliebteste Alternative. Blaugrün wirkt harmonischer und leuchtet ebenfalls stark und lange – oft die bessere Wahl für Design- und Konsumgüter.
Unauffällig bei Tag: Blau
Blau wirkt bei Tageslicht am weißlichsten und damit am farbneutralsten. Gut, wenn das Produkt tagsüber möglichst wenig Eigenfarbe zeigen soll.
Weiß wie weiß: Weiß
Weiß leuchtet leider nur kurz und recht schwach. Wegen seines sehr weißen Tagesfarbtons ist es trotzdem für bestimmte Anforderungen sehr beliebt – überall dort, wo das Produkt bei Tageslicht wirklich weiß aussehen soll.
Akzente: Lila, Orange, Rot
Diese Töne sind eingefärbt. Bei Tageslicht wirken sie oft kräftiger, leuchten aber deutlich schwächer. Lila braucht zum Aufladen UV-Licht. Ein echtes Rot lässt sich technisch nicht erreichen.
Gut zu wissenEingefärbte Pigmente enthalten organische Farbstoffe und sollten ab ca. 150 °C nicht verwendet werden; unter dauerhafter UV-Belastung sind sie unter Umständen weniger stabil. Hitzetauglich sind die ungefärbten Pigmente – erkennbar am hellen, weißlichen Tagesfarbton mit leichtem Stich, etwa Gelbgrün und Blaugrün.
Was die Wirkung sonst beeinflusst
- Aufladung. UV-Anteil – Tageslicht oder UV ab 365 nm – lädt am schnellsten, Kunstlicht langsamer. Dauerhaftes UV schadet dem Pigment nicht.
- Fluoreszenz. Unter UV- oder Schwarzlicht leuchten die Pigmente zusätzlich fluoreszierend und wirken dann noch intensiver.
- Mischen. Leuchtfarben lassen sich mischen, das Ergebnis wird wegen unterschiedlicher Korngrößen aber nicht homogen.
- Fotos. Leuchtfarben wirken je nach Kamera und Aufladung unterschiedlich. Beurteilen Sie Farben deshalb am besten am Muster.
