Material und Rezeptur
1. Ein dunkler oder deckender Träger
Das Pigment muss Licht aufnehmen und abgeben können. Dunkle oder stark deckende Bindemittel schlucken einen großen Teil davon. Besser: Träger so transparent oder hell wie möglich wählen, auf dunklem Untergrund hell grundieren. Mehr dazu unter Dosierung.
2. Zu wenig – oder unnötig viel – Pigment
Richtwert sind 15–20 % bezogen auf das Trägermaterial, bei deckenden Trägern 30–50 %. Mehr als 30 % in transparenten Systemen bringt kaum zusätzliche Leuchtkraft, nur höhere Kosten.
3. Fertige Leuchtfarbe statt Pigment
Für Harz und Silikon gehört das reine Pigment ins System, keine fertige Leuchtfarbe.
4. Verschiedene Leuchtfarben mischen
Das geht, wird wegen unterschiedlicher Korngrößen aber nicht homogen. Für einen bestimmten Farbton besser die passende Leuchtfarbe wählen – siehe Leuchtfarben im Vergleich.
5. Wasser- und ölbasierte Systeme mischen
Die Systeme selbst sind nicht direkt miteinander mischbar. Das Pigment ist dank SiO₂-Beschichtung in beiden einsetzbar – aber eben in einem von beiden.
Prozess
6. Eingefärbte Pigmente in heißen Prozessen
Ab ca. 150 °C – also praktisch in jedem Spritzguss, jeder Extrusion und jedem Filamentdruck – keine eingefärbten Pigmente verwenden. Hitzetauglich sind die ungefärbten Pigmente mit hellem, weißlichem Tagesfarbton. Details unter Temperaturbeständigkeit.
7. Absetzen im Gießharz
In dünnflüssigem Harz sinkt das Pigment ab, und am Ende leuchtet nur die Unterseite. Besser: Harz kurz anziehen lassen oder andicken und dann das Pigment einrühren – oder gezielt nur eine obere Schicht pigmentieren.
8. Die falsche Korngröße für die Schichtdicke
Ein Korn, das dicker ist als die Schicht, steht aus der Oberfläche heraus. Umgekehrt verschenkt eine sehr feine Körnung Leuchtkraft, wo eine gröbere möglich wäre – siehe Korngröße wählen.
9. Pigment in Beton einmischen
Im Beton verschwindet das Pigment fast vollständig. Wirksamer sind Granulat oder Leuchtsteine an der Oberfläche oder eine transparente Deckschicht mit Pigment – siehe Pigment, Granulat oder Leuchtstein?
10. Große Flächen rollen
Wände oder Platten gleichmäßig zum Leuchten zu bringen, ist schwierig. Am homogensten wird es im Spritzverfahren: Pigment in transparentem Lack, mehrere dünne Schichten.
Anwendung und Erwartung
11. Zu wenig Licht zum Aufladen
Ein Pigment, das nie richtig aufgeladen wird, leuchtet nur kurz. UV-Anteil lädt am schnellsten, Kunstlicht deutlich langsamer – mehr unter Richtig aufladen.
12. Störlicht in der Umgebung
Nachleuchten wirkt nur in echter Dunkelheit. Schon eine Straßenlaterne überstrahlt den Effekt weitgehend.
13. Nachleuchten als Beleuchtung einplanen
Nachleuchtende Materialien sind zur Orientierung und Markierung da. Sie sind keine Lichtquelle.
14. Nach Fotos entscheiden statt zu bemustern
Fotos geben Leuchtkraft und Farbe je nach Kamera und Aufladung sehr unterschiedlich wieder. Belastbar ist nur ein Muster, geprüft in Ihrem eigenen System.
Die wichtigste RegelJede Rezeptur zuerst im kleinen Maßstab testen – mit Ihrem Träger, Ihrem Verfahren und Ihrer Schichtdicke. Wir stellen Ihnen dafür passende Muster zusammen.
